Clubhouse - warum ich nicht rein will.

Clubhouse ist aktuell der heiße đŸ’© unter den sozialen Netzwerken. Ich erlĂ€utere, wieso ich nicht rein will.


Worum geht es?
Es ist Januar 2021, Joe Biden ist just als 46. PrĂ€sident der USA vereidigt worden, das Corna-Virus hĂ€lt uns im Lockdown fest, und die Timelines in meinen sozialen Netzwerken preisen die App Clubhouse als den neuen, heißen đŸ’© der sozialen Netzwerke an.
Bei Clubhouse handelt es sich einfach gesagt um eine Audio-App, mit der man Unterhaltungen zuhören kann, Ă€hnlich wie bei einem Podcast zum Beispiel. Auch kann man sich aktiv an Diskussionen beteiligen. Eine Kommentarfunktion oder die Möglichkeit Likes zu hinterlassen fehlen. Prinzipiell erst mal eine gute Idee. Allerdings gibt es einige, wie ich finde, nicht unwesentliche HĂŒrden bzw. Kritikpunkte.

Du kommst hier nicht rein!
Um die App zu nutzen, reicht es nicht, diese herunterzuladen und auf dem Smartphone zu installieren. Hierzu benötigt man eine Einladung. Damit ist die App ein elitĂ€rer Zirkel, und so schreibt die SĂŒddeutsche Zeitung, dass die Burschenschaften von heute solche Apps wie Clubhouse seien und unsere schier unstillbare Sehnsucht, immer und ĂŒberall dabei sein zu mĂŒssen, befriedigen wollten.
Burschenschaften sind und waren mir schon immer Ă€ußerst suspekt!

Datenschutz & DSGVO
Datenschutz und die Beachtung der DSGVO sind wichtig, speziell wenn es um personenbezogene oder personenbeziehbare Daten geht. DiesbezĂŒglich stellen sich mir bei Clubhouse einige Fragen. Meldet man sich nĂ€mlich bei der App an, wird man zunĂ€chst gebeten, sein komplettes Telefonbuch auf die Server der Mutterfirma Alpha Exploration Co. zu laden. Dies ist aber nur eine von mehreren FragwĂŒrdigkeiten hinsichtlich des Datenschutz, wie man zum Beispiel bei t3n, beim Datenschutz-Generator oder etwa der Tagesschau nachlesen kann.

Barrierefreiheit
Als Lehrer und Seminarausbilder fĂŒr das Lehramt fĂŒr sonderpĂ€dagogsiche Förderung setzt hier meine Hauptkritik an. Eine soziale App, die “Gehörlose von Anfang an ausschließt”, wie die selbst gehörlose Katrin auf Twitter richtig anmerkt und dort einen thread zum Thema verfasst hat, findet meine Zustimmung nicht. Der Aktivist Raul Krauthausen Ă€ußert auf Instagram auf amĂŒsante Art und Weise ebenfalls Kritik an der fehlenden Barrierefreiheit der App.

Betriebssystem
Ich bin schon viele Jahre ĂŒberzeugter Apple-User und seit dem iPhone 2 nutzte ich eben dieses Smartphone. Bei der Frage nach dem OS des Smartphones zeigt sich ein weiterer Aspekt der ExklusivitĂ€t von Clubhouse. Wer kein iPhone besitzt, ist eigentlich ausgeschlossen, wie u.a. auf Netzwelt festgestellt wird.

Fazit
In meiner Jugend hießen die Clubs noch Disko und waren ein beliebter sozialer Treffpunkt fĂŒr alle die rein wollten, soweit sie 16 Jahre oder Ă€lter waren - o.k. dann aber nur bis 24.00 Uhr 😄. Diesen Anspruch stelle ich auch an soziale Apps. Sie sollten fĂŒr alle zugĂ€nglich und nutzbar sein, auf allen Plattformen laufen und keine HĂŒrden vor der eigentlichen Nutzung aufstellen. Deshalb will ich gar nicht rein ins Clubhouse, kommt also ja nicht auf die Idee mich einzuladen 😝.